Endprobewoche- die Spannung steigt

Nun befinden wir uns bereits in der Endprobephase.

Meistens wird diese mit den Orchestersitzproben eingeläutet, wo also das Ensemble das erste Mal mit dem Orchester zusammen trifft. Dabei wird nichts Szenisch geprobt, sondern es geht wirklich rein um das Zusammenspiel von Orchester und Sänger:innen. Oft werden gerade die schwierigen Übergänge einige Male geprobt und Unsicherheiten aus dem Weg geräumt. Manche Dinge funktionieren mit einem Orchesterapparat nicht gleich wie mit Klavier und müssen dementsprechend angepasst werden.


Orchestersitzprobe

Unsere Orchstersitzprobe fand am vergangenen Donnerstag im Tollberg-Saal statt. Nach all den Proben an der frischen Luft, Openair mit nur wenig akustischer Rückmeldung tat es gut wieder einmal in einem geschlossenen, fast überakustischen Raum zu singen. Die Stimme lässt sich in dem Fall besser kontrollieren. Der Nachhall meiner Stimme im Raum gibt mir sehr viel Aufschluss darüber, ob ich zum Beispiel zuviel oder zuwenig Kopfton einmische, was gerade für den Übergang in die Höhe sehr wichtig ist.

Bei meiner aktuellen Rolle ist das Entréelied schwierig zu singen, da es ständig über das Passagio geht und sich Stück für Stück hochschraubt. Da ist die richtige Balance wirklich unabdingbar. Durch den Orchesterklang eröffnet sich auch eine neue Welt an Obertönen. Die Singstimmen mischen sich ganz anders mit den Instrumenten. Wenn Stücke gut geschrieben sind, bereiten sie der Singstimme einen Klangteppich aus, das erleichtert das Singen erheblich. Viele Dinge funktionieren fast automatisch dadurch und man muss es sich nicht mühsam zurechtlegen.

Eine weitere wichtige Probe, die oft lange dauert ist die erste Komplettprobe, die meistens mit Klavier abgehalten wird.

Dabei wird ein Durchlauf gemacht in Maske und Kostüm. Es werden alle Requisiten überprüft, Auf- ,Abgänge und Umbauten getimt. Umzüge angepasst. Eventuell muss manchmal noch etwas geändert werden, weil einfach zu wenig Zeit ist zum umziehen. Der Ausstatter, in unserem Fall TOTO (Torsten Mitteldstädt), überprüft noch einmal ganz genau die Kostüme, Schmuck, Perücken, Schminke etc. Gegebenenfalls muss noch einmal das eine oder andere an das Licht draussen angepasst werden oder der eine oder andere Saum eingekürzt werden bis zur Premiere.

Solche Proben dauern oft lang und sind anstrengend. Wir standen Sonntag ab 12Uhr bis 18.30Uhr auf dem Berg bei über 30°C und haben geduldig gearbeitet. Auch die Tänze wurden noch einmal geprobt und verfeinert.


Bühnenorchesterproben, Hauptprobe und Generalprobe

Da wir auf dem Berg mit Mikroports verstärkt werden, was bei Openair Veranstaltungen heute üblich ist, werden die ersten Bühnenorchesterproben (BO) vor allem erst Mal der Klangbalance dienen, damit der Klang von unseren Stimmen möglichst natürlich klingt und gut mit dem des Orchesters gemischt wird.

Die restlichen BOs werden dann als Durchläufe genutzt, damit wir auch mit dem Orchester Routine bekommen. Meistens sind 4 BOs üblich.

Danach folgt die Hauptprobe und zum Schluss die Generalprobe. Unsere Hauptprobe war am Mittwoch um 10Uhr in der Früh. Da alles mit Maske und Kostüm war, hiess das für einige von uns bereits ab um 8.00Uhr am Berg zu sein, das ist für Sänger:innen SEHR früh...und mit der Maske alleine ist es ja nicht getan, die Stimme sollte schon auch laufen. Also gilt ab 9.00Uhr sich einzusingen und den Körper aufzuwärmen, das ist wirklich nicht leicht. Doch es hat bei allen gut geklappt.

Bei der Generalprobe sagen alte Theaterhasen, dass etwas schief gehen MUSS, sonst würde die Premiere nicht gut laufen. Ob das stimmt, weiss ich nicht. Tatsache ist, dass man oftmals tatsächlich dieselben Fehler nicht wiederholt und es ist besser, dass diese während irgendwelcher Proben geschehen, als während der Aufführungen.

Die Generalproben sind meistens zwei Tage vor der Premiere, so dass ein Tag Pause dazwischen ist. In unserem Fall ist sie am Freitag, also ein Tag vor der Premiere, das ist in unserem Fall nicht so optimal, liess sich aber aus Dispositionsgründen nicht ändern


Mit jeder Probe in der Endprobenwoche steigt die Spannung etwas. Bei uns kommt nun als zusätzliche Herausforderung noch dazu, dass es mit jedem Tag wärmer wird. Zur Zeit sind wir bei 30°C und Sonne satt. Wir alle hoffen natürlich, dass am Samstag zur Premiere das Wetter mitspielt und es vielleicht etwas kühler ist. Mal sehen, ob Petrus mit sich reden lässt...

Wenn alles optimal läuft, ist sie dann zur Premiere genau auf dem Punkt.

Lassen wir uns überraschen!


Und hier noch zwei Zeitungsartikel mit spannenden Interviews:




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