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Burgdorf, Schweiz

Häuserzeilen- und andere Umbrüche

Vielleicht gibt es im Leben wirklich keine Zufälle. Das letzte Mal als ich einen Blog geschrieben habe, habe ich mich mit dem Stück "Häuserzeilenumbrüche" von Andreas F. Staffel befasst, das kurz vor der Uraufführung stand und habe darüber geschrieben.

Jetzt, fast ein Jahr später führt mich wieder dasselbe Stück zurück zum Blog, weil es am kommenden Samstag um 20 Uhr im kleinen Wasserspeicher, Berlin- Prenzlauerberg seine Wiederaufnahm erlebt.


Ich mag dieses sehr persönliche Stück von Andreas gerne. Er hat die Texte und Gedichte selber verfasst und auch die Musik dazu. Es ist eine grosse Collage aus Film, Bildern, Texten, Musik. Eigentlich schade, dass man noch nicht die Technik hat die jeweiligen Düfte einzublenden... Die Texte sind aus verschiedenen Jahren teilweise schon Ende der 90er Jahre verfasst und zeigen die vielen Aspekte des Lebens und erzählen ganz persönliche Geschichten aus Andreas Biografie. Sie handeln von Liebe, von Liebe die vergeht, von Berlin im Wandel der Zeit, von Reisen, von der Stille der Natur und auch von Freundschaft. Es ist eine kleine Hommage an Berlin und das Leben in und um Berlin. Es zeigt wirklich die Umbrüche, die ein Leben erleben kann.


Auch mein Leben erlebt Umbrüche. Manchmal stand ich in den letzten Wochen und Monaten da und habe einen Tsunami über mich wegfegen lassen. Es war nicht mein Tsunami, doch ich musste ihn aushalten lernen. Ich musste in den vergangenen Jahren lernen auf das Leben und die Kraft des Lebens zu vertrauen. Dass ich auf manche Dinge keinen Einfluss habe und sie einfach geschehen lassen muss, an mir vorbeiziehen lassen muss wie ein Regen, der kommt und wieder geht in der Gewissheit, dass die Sonne wieder scheinen wird und die Dinge und das Leben selber wieder einfacher werden.

Ich habe gelernt, dass ich nicht das Opfer meines Lebens bin, sondern viele Sachen ändern kann mit Mut und Energie und auch mit der notwenigen Hilfe, wenn ich danach frage. Das Wichtigste für mich ist, die Dinge zu erkennen, eine Lösung zu suchen und diese dann umzusetzen.


Das Leben verläuft nie geradlinig, auch wenn es für den Betrachter manchmal so erscheint. Jeder Weg, jedes Leben, jede Beziehung hat Höhen und Tiefen, Umbrüche, die es zu gestalten und manchmal auch anzunehmen gilt.

Etwas vom Wichtigsten, was ich in den letzten Monaten gelernt habe ist die Ehrlichkeit zu mir selber. Wie geht es mir mit einer Situation, mit einem Menschen? Halte ich die Situation so aus? Wenn nein, wie lange halte ich die Situation aus? Monate? Wochen? Tage? Kann ich etwas ändern, wenn ja was?

Oft habe ich es erlebt, dass wenn ich mir diese Fragen stelle und dann nach Lösungen suche, die Lösungen sich auch finden lassen. Manchmal findet man dann sogar die Nadel im Heuhaufen, wenn es sein muss, oder hat auf einmal das berühmte Quäntchen Glück. Die Basis dazu ist für mich einen kühlen Kopf zu bewahren und meinem Leben zu vertrauen, dass zur richtigen Zeit die richtigen Dinge geschehen werden.


Ich durfte in den vergangenen Monaten während dieses Tsunamis viel Hilfe und Hilfsbereitschaft erleben. Ich habe viele wertvolle Gespräche geführt, die mir Kraft gegeben haben. Die Menschen in meinem Umfeld haben mich weitergetragen. Ich fand immer mal wieder einen Regenschirm wo ich mich für eine Weil unterstellen und etwas Kraft sammeln konnte in diesem für mich heftigen Tsunami. Dafür bin ich zu tiefst dankbar.

Das Singen, viele Konzerte, Produktionen haben mich in dieser Zeit begleitet und mir Kraft gegeben auch das Erlebte zu verarbeiten, an mir und er Situation zu wachsen und just zu dem Zeitpunkt, wo ich dachte, es geht nicht weiter, ich kann nicht mehr, konnte ich erleben, dass sich eine Lösung zeigte, die ich dann dankbar annahm. Auf einmal ging alles ganz leicht.


Ich bin meinen Musikerfreunden, meiner Familie und Freunden dankbar für all die Gespräche in der Zeit, für das Verständnis, für die Musik und ich freue mich, dass das Leben mich weiterträgt und mich nun mit einer neuen Energie füllen darf, die ich hoffentlich nun für mich, meine Tochter und meine Kunst nutzen kann!


Und nun bin ich sehr gespannt auf Samstag und unser "Häuserzeilenumbrüche".

Ich freue mich sehr, wenn ihr vorbeikommt!


Hier ein kleiner Vorgeschmack:






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